Mittwoch, 3. September 2014

Peru – Puerto Maldonado

Peru – Land, der schlecht organisierten Tourismusbranche. So, oder so ähnlich erlebten wir unseren Aufenthalt in Puerto Maldonado. Dazu aber später mehr.

4 Tage verbrachten wir in einer abgeschiedenen Lodge, welche nur per Boot erreichbar war, am Rande des Amazonasgebietes. Umringt von Dschungel hatten wir hier ein Pauschalangebot mit vielen Touren gebucht. 


Unsere Lodge - glücklicherweise ringsum mit Schnakengittern versehen
Auf dem Gelände gab es sogar ein Hausschwein namens Lucy, welches von sich dachte, ein Hund zu sein. Ständig musste man es kraulen und das Vieh folgte einem auf Schritt und Tritt. 
Liegen durfte man nichts lassen, denn Schweine fressen bekanntlich alles. Lucy stellte dies eindrucksvoll unter Beweis, als sie vor unseren Augen die Zigaretten samt Feuerzeug eines Gastes fraß (keine Ahnung wie sie das verdauen wollte).

Lucy auf Nahrungssuche
Am ersten Tag machten wir eine kurze Wanderung in den Dschungel und schnappten uns ein kleines Paddelboot, mit dem wir über einen großen See fuhren.

Dieser Baum heißt "Mooving Tree" und er wandert wirklich. Stolze 8 cm bewegt er sich pro Jahr der Sonne entgegen.



Tierbeobachtungen während der Bootsfahrt
Ein obligatorischer Affe durfte natürlich wie überall nicht fehlen - hier ein Cappuccino Monkey
Am Abend ging es dann wieder aufs Wasser. Dieses Mal ließen wir uns allerdings von einem Motorboot den Fluss hoch und runter chauffieren. Bewaffnet mit Scheinwerfern konnte man so in der Dunkelheit die dort jagenden Kaimane (Süßwasserkrokodile) beobachten. 
Zwar bekamen wir einige der bis zu 1,5 Meter langen Tiere zu Gesicht, allerdings sind die Viecher nicht gerade an Fotoshootings interessiert, so dass die Fotoausbeute eher bescheiden ist.

Unsere magere Fotoausbeute - der Kopf eines Kaimans
Am zweiten Tag besuchten wir eine Pseudo-Ureinwohner-Familie. Diesen Trip hätten wir uns auch sparen können, denn hier veranstaltete ein alter Herr in lächerlicher Verkleidung einen unglaubwürdigen Zirkus. Lautstark (wobei schreien schon fast eher zutrifft) und wild gestikulierend versuchte er uns in irgendeiner Ureinwohner-Sprache von seinem bzw. dem Leben vergessener Generationen zu erzählen. 
Da hier wohl Singen und Tanzen ein fester Bestandteil war, durften wir dann auch noch alle zusammen im Kreis rumhüpfen.

Was für ein Spaß, wir tanzen den Dschungelwalzer
Und noch einmal eine Nahaufnahme unseres schrägen Ureinwohners
Danach ging es zu etwas Authentischerem. Bewaffnet mit einer Angel (naja, eigentlich war es ein Stock mit Schnur und Haken, aber das machen hier alle so) ging es auf die Jagd nach Fischen. 
Zwar fraßen uns die Fische die Köter vom Haken, allerdings wollte einfach keiner hängen bleiben. 
Um nicht mit hungrigem Magen ins Bett gehen zu müssen, mussten wir dann leider doch auf das zum Glück gute Abendessen der Lodge zurückgreifen.


Unsere Hightech-Sportangel, Modell "Peru"
Da manche Tiere nur nachts aktiv sind, machten wir am späten Abend eine kleine Wanderung. Zuerst ging es in den Garten unserer Lodge. Wir staunten nicht schlecht, als wir 10 Meter Luftlinie von unserem Bett eine Palme voll mit Taranteln fanden. 

Wer kann schon von sich behaupten eine Tarantel im Vorgarten zu haben?!
Mit Lucy, dem Hausschwein im Schlepptau, ging es dann in den Dschungel, wo es überall von Krabbelviel und sonstigem Getier wimmelte.


Da wirkte das Getier im Dschungel geradezu harmlos
Am dritten Tag hieß es früh aufstehen, um 4:30 Uhr ging es mit dem Boot in Richtung Sonnenaufgang. Nach einer Stunde erreichten wir ein Gebiet, welches für viele Papageie bekannt war. 
Mit den ersten Sonnenstrahlen flogen dann auch die Schwärme mit lautem Gekreische durch die Gegend.



Bei der Pagageiensichtung, leider waren die Vögel grün wie die Umgebung
Im Anschluss stand  körperliche Betätigung auf dem Programm. Zuerst schwangen wir uns an einer Zipline entlang durch die Baumkronen, danach ruderten wir mit Kajaks zu einer Affeninsel.

Furchtlos wie man sie kennt - Verena schwingt sich von Baum zu Baum
Auch Verenas Paddel hatten ab und zu Wasserkontakt, wenn auch nur um mir zu zeigen, dass sie auch mit hilft
Der vierte und letzte Tag war zwar witzig, aber organisatorisch eine mittlere Katastrophe. 
Hier in Peru weiß eine Hand nicht was die andere macht und so mussten wir uns zuerst durch wilde Telefonate einen eigentlich gebuchten Ausflug zu einem Tierauffanglager erkämpfen. 

Zu guter Letzt wurde dann auch noch vergessen unsere Bustickets für den Abend zu buchen. Nach weiteren wilden Diskussionen klappte allerdings auch dies. Leider mussten wir jedoch nun schon einen Bus am Nachmittag nehmen und der wirklich interessante Ausflug zum Tierauffanglager schrumpfte zu einem Halbtagesausflug zusammen. 

Als Baby alleine im Dschungel gefunden, kann dieser Jaguar nun nicht mehr in die Wildniss entlassen werden


Hier gab es auch einen schönen Aussichtspunkt in einem der Baumwipfel
Eines der wilden Tiere im Lager. Bloß nicht anfassen, sonst juckt's.


Affen, Affen, Affen - in allen erdenklichen Variationen

Nach nur ein paar Stunden in der Anlage machten wir uns deshalb wieder auf den Rückweg. Allerdings konnte unser Bootsjunge nun nicht mehr aufgefunden werden. 
Erst nach einer halben Stunde Sucherei ging es dann weiter zur Lodge.
Nun in Eile packten wir unsere Koffer und sprangen wieder ins Boot in Richtung Busbahnhof. Auf halber Strecke machte dann das Boot schlapp – jemand hatte vergessen zu tanken.
Nun trieben wir auf dem Fluss entlang. Eigentlich sollten wir ja bald im Bus sitzen, aber unser Bootsjunge war mit der Situation völlig überfordert.

Keep smyling - hier trieben wir ohne Kraftstoff planlos auf dem Fluss
Nach einer halben Stunde half uns dann glücklicherweise doch jemand aus der Patsche und wir erreichten in letzter Minute schweißgebadet unseren Bus in Richtung Arequipa.

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